Ich kann Computer, Kuchenbacken nicht.

Galileo kennt jeder. Ich meine nicht den Erfinder Galileo Galilei, sondern das gleichnamige Wissenschafts- und Technikmagazin im Fernsehen. Dorthin wurde ich unlängst eingeladen, um bei einer Sendung nicht hinter, sondern tatsächlich vor der Kamera mitzumachen. Mit den Fernsehprofis von Galileo hatte ich, und das merkt man uns bei dem Beitrag sofort an, jede Menge Spaß und eigentlich sehr wenig zu arbeiten. Am Ende musste ich nur Kaffee kochen …

„Nur Kaffee kochen.“ Wieso holt man denn dafür einen Informatiker ins Studio, der normalerweise (wortwörtlich) die Drähte im Hintergrund zieht, damit vorne den Kollegen (wortwörtlich) zur rechten Zeit ein Bühnenlicht aufgeht. Fürs Aufbrühen eignet sich noch dazu ein koffeinsüchtiger Kaffeeliebhaber besser als ein computerbegeisterter Digitaljunkie.

So wäre es wohl, wenn es tatsächlich nur um einen Latte Macchiato gegangen wäre und nicht um den kleinsten Computer der Welt, der – passend freilich zur Patisserie eines Kaffeehauses – Raspberry Pi, also Himbeerkuchen heißt. Dieser süße, EC-Karten große Minicomputer begeistert, weil er tatsächlich nicht mehr als eine Torte aus der Tiefkühltruhe kostet und sich so kinderleicht wie diese vernaschen, d. h. durch wirklich einfach zu schreibende Software im Alltag einsetzen lässt. Kaffeekochen per Sprachbefehl ist eines von vielen Beispielen, die zeigen, wofür man den Computer ganz unkompliziert nutzen kann.

„Bigger is better“ stimmt einfach nicht, wenn man mit diesem kleinen Rechner arbeitet und dabei feststellt, dass es sich bei dem Raspberry PI um hochkalorische Technik handelt, die es mit der bewährten, allbekannten Hardware-Hausmannskost durchaus aufnehmen kann. Ich bin ein bekennender Himbeerkuchenjunkie, der bei Galileo diesen kleinen Rechner aus Überzeugung ganz groß rausbringt, auch wenn mir leider kaum Zeit bleibt, über Details der auf ein Minimum reduzierten Hardware zu sprechen. Der Moderator der Sendung und ich verstehen uns blendend bei deren Begutachtung und haben Spaß daran, den Computer – zahlreiche Teile sind es ja nicht – auseinanderzunehmen. Rein äußerlich betrachtet ist an dem Kleinen nicht viel dran, aber was in ihm steckt, das ist richtig groß – erste Sahne sozusagen und ganz sicher kein mickriger Windbeutel, der sofort in sich zusammenfällt (abstürzt), wenn man ihn ausprobieren möchte. Das IT-Törtchen überzeugt jedoch beim „Kaffeekochen“, d. h. im Praxistest und beweist seine Alltagstauglichkeit dank individuell entwickelter Softwareprogramme. Ein Griff in die Hosentasche genügt und, verbindet man den kleinen Himbeerrechner mit anderen, großen Geräten im Haushalt, hören Waschmaschine, Fernseher und Digitalradio auf sein Kommando. Immerhin blieb mir als Programmierer das letzte Wort, der Sprachbefehl, um den Kaffeeautomaten zu starten.

Es war wirklich ein toller Dreh, bei dem eine gute Sendung entstanden ist. Ich verdanke es meinem Ausbildungsbetrieb der MADGE GmbH (Masched Akil), dass ich die Chance bekommen habe, ein TV-Star zu werden und mich doch – gerade wegen so vieler positiver Erfahrungen in meinem Job als ITler dagegen entschieden habe. Statt Computerfreaks im Kabelfernsehen zu begeistern, verknüpfe ich begeistert Kabel und entwickle Programme u. a. für Automaten begeisterter Kaffeeliebhaber. Mein herzlicher Dank gilt an dieser Stelle natürlich auch dem Galileo Team für die kompetente und unkomplizierte Zusammenarbeit vor und hinter der Kamera. Mir hat’s Spaß gemacht. Sehr gerne bin ich wieder einmal dabei und sei es nur, um für die Kollegen richtig guten Kaffee zu kochen …

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